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Wilder Hunsrück

Geführte Packrafting-Tour auf dem Hahnenbach

Das Packrafting kombiniert das Paddeln mit dem Wandern und bringt somit zwei schöne Outdoor-Sportarten zusammen. Susanne Blech berichtet von einer kurzweiligen Tour im Hunsrück.

Die Sonne ist bereits im Begriff unterzugehen, als die sechs Packrafter erschöpft die abgelegene Schmidtburg bei Kirn erreichen. Ganze zwei Boote hat der scharfkantige Hunsrückschiefer an diesem stürmischen Apriltag gefordert. Im Dämmerlicht wird in den Ruinen der einst herrschaftlichen Festung eilig das Nachtlager aufgeschlagen.

Text: Susanne Blech /Bilder: Land Water Adventures

Der erste Tag der Frühlingstour durch den wilden Hunsrück neigt sich dem Ende zu. Bald erhellt nur noch der Schein des flackernden Lagerfeuers die hoch aufragenden Burgmauern. Über der malerischen Kulisse spannt sich kurz ein klarer Sternenhimmel, dann schließt sich die Wolkendecke. Für die Nacht und den darauffolgenden Tag ist Regen angekündigt.

Das saisonale Abenteuer

Regen ist für Sebastian Schmidt, den Leiter des Pfälzer Spezialreise-Unternehmens Land Water Adventures, ein gutes Zeichen. Wenn sich die Schleusen im Himmel öffnen, führen die schnell fließenden Mittelgebirgsbäche vor der Haustür für eine kurze Zeit genügend Wasser, um sie mit leichten Rafting-Booten befahren zu können.

Sebastian beobachtet die Pegelstände der Vorfluter über das Jahr hinweg genau. Im Frühjahr und Herbst ist der Wasserstand auch auf dem Hahnenbach, einem verwunschenen, etwa zwanzig Kilometer langen Nebenfluss der Nahe, ausreichend hoch, damit der leidenschaftliche Outdoor-Guide die kombinierte Tour aus Wanderung und Bootsfahrt zu festen Terminen anbieten kann. Es ist eine Reise zu den weißen Flecken der gängigen Outdoorkarten.

Querfeldein durch das scheinbar Bekannte ist die Devise bei dieser dreitägigen Tour durch den wilden Südwesten des Rheinischen Schiefergebirges. Dabei wird entweder der Rucksack aufs Boot oder das Boot auf den Rucksack geschnürt. Diese konsequente Art des Reisens an sich ist bereits ein einmaliges Erlebnis für Wander- und Wassersport-Enthusiasten. Dazu bietet der idyllische Hahnenbach mit zahlreichen fahrbaren Wehren und respektablem Gefälle die Kulisse für das ein oder andere ordentliche Abenteuer.

Eine realistische Selbsteinschätzung, Kondition und ein gewisses Maß an Outdoor-Kenntnissen sollte jeder mitbringen. Minimalisten und Ausrüstungsexperten kämen bei der Frage, wie man die Ausrüstung am gewichtsparendsten wasserdicht verpackt, ganz auf ihre Kosten, doch viel entscheidender für eine Tour mit Rucksackbooten sei die innere Einstellung, so der promovierte Mathematiker Sebastian, der sein langjähriges Hobby zum Beruf gemacht hat und seit inzwischen drei Jahren verschiedene Packrafting-Touren und -Kurse anbietet.

»Die Dinge so nehmen zu können wie sie kommen, das ist das Wichtigste«, rät Sebastian der Gruppe. Der braungebrannte, kräftig gebaute Mann mit dem rotblonden Bart lebt selbst die Seelenruhe vor, mit der man auch als Teilnehmer am besten fährt. Aber bereits so eine scheinbar überschaubare Tour vor der Haustür kann mit weitaus dramatischeren Unannehmlichkeiten aufwarten als Regen oder Kentern. Der Tag im »Hahnenbacher Dschungel«, die ambitionierte erste Etappe der Hunsrück-Tour, ist für die innere Einstellung bereits ein gutes Training.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 06/2016.

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