Aktuelle Ausgabe

Rock and Roll(e) – Die Eskimorolle in drei Teilen

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Teil 1: Rolle über das Achter- und über das Vordeck: Die Initialzündung für die Eskimorolle hat ihren Ursprung, wie es der gebräuchliche Name (wenn auch nicht überall politisch korrekt) schon andeuten will, in arktischen Gewässern. Diese Technik ist sehr wahrscheinlich schon seit Jahrhunderten – eventuell auch deutlich länger – essentieller Bestandteil traditioneller Jagd- und Fischtechniken mit dem Grönlandkajak. Sie ist schlicht aus der Not heraus geboren, nicht im eiskalten Nordpolarwasser zu landen, denn in der Arktis bedeutete ein »nasser Ausstieg« oft den sicheren Tod.

 

Eine Art »Wiederentdeckung« geschah im Europa des frühen 20. Jahrhunderts mit der Entstehung des Kajaksports. Das hatte allerdings zunächst recht wenig mit den Wurzeln der Rolltechniken in der Arktis gemein. Mittels wager Beschreibungen, die von Grönland-Expeditionen nach Mitteleuropa getragen wurden, machten sich die ersten Pioniere wie Edi Hans Pawlata daran, die Rolle mit riesigen Faltbooten zu »erobern«. Das resultierte in einer »europäischen Schule« mit Hüftknick, viel Schwung und Kraft. Weiter verfeinert und »bombensicher« gemacht, verbreitete sich die Technik später schnell unter den Wildwasserrecken. Unter Tourenpaddlern blieb die Rolle aber noch lange spaßiger Gag für die »jungen Wilden«. Nachdem in Grönland die Techniken fast verloren gingen, besann man sich dort Ende des 20. Jahrhunderts wieder auf alte Traditionen. Im Zuge der grönländischen Impulse schwappte dann eine ganz eigene, neue/alte »Philosophie des Rollens« in die Kajakszene.

Warum nun soll man rollen?

Ganz einfach: Die Rolle macht das Paddeln sicherer. Sie ist die schnellste Technik, das Kajak nach einer Kenterung wieder aufzurichten, ohne dass der Paddler ins Wasser muss. Das heißt, schwimmen an Stellen, an denen es besonders wenig erwünscht ist (wie in haarigem Wildwasser oder auf dem weiten Meer), wird vermieden. Darüber hinaus wirkt sich eine sichere Rolle positiv auf die Bootsbeherrschung und das Selbstbewusstsein des Paddlers aus.

 

Im zweiten Teil wird dann auf Tipps und Tricks beim Erlernen der Rolle eingegangen, Teil drei dreht sich schließlich um neue/alte Grönland-Rolltechniken...

 

Den vollständigen ersten Teil der mehrteiligen Serie lesen Sie in Ausgabe 06/2013 des kajak-Magazins.

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