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Der Eisack in Südtirol

Ein Blick abseits der großen Verkehrsstraßen in den Alpen lohnt sich, wenn man in unmittelbarer Nähe zu beliebten Hauptreiserouten in einer reizvollen Landschaft im Wildwasser für wenige Stunden oder auch länger unterwegs sein will. Im Rahmen unserer neuen Serie »Nächste Ausfahrt Wildwasser« werden wir über genau solche Flüsse berichten. Den Anfang macht Matthias Breuel mit seinem Kurzbericht über den Eisack in Südtirol, der sich auf dem Weg ins Val di Sole ideal für das Vergnügen »zwischendurch« anbietet.

Der etwa 100 Kilometer lange Eisack entspringt in der Nähe des Brenner und mündet bei Bozen in die Etsch. Stauseen, Wehranlagen und Wasserableitungen prägen ebenso wie die Brennerautobahn große Teilstrecken des Flusses. Einzelne Abschnitte sind aber dennoch für Wildwasserpaddler interessant, darunter die Strecke von Freienfeld bis Franzensfeste.

Entlang der Hauptverkehrsstrecken über die Alpen animieren die Flüsse auf den ersten Blick nicht unbedingt zum Paddeln. Häufig dominieren Verkehrsinfrastruktur und Bebauung die Landschaft, statt auf Wald und Fels fällt der Blick von der Straße nicht selten auf Beton und Stahl. Dabei übersieht man leicht, dass auch diese Transittäler häufig ein zweites Gesicht besitzen, das sich erst dann zeigt, wenn man an einer Ausfahrt den Blinker setzt. Abseits der großen Verkehrsadern laden interessante Landschaften und Wildflüsse dazu ein, die Fahrt für einige Stunden oder auch Tage zu unterbrechen.

Dass sich selbst entlang der Brennerautobahn in Südtirol einige lohnende Paddelkilometer finden lassen, hätte ich bis zu meinem Selbstversuch überzeugt als Humbug abgetan. Zwar kann man zwischen Sterzing und Bozen von der viel befahrenen Autobahn immer wieder mal einen Blick auf den Eisack werfen, aber der motiviert in den seltensten Fällen zum Paddeln. Wehre, Ableitungen und Stauseen brennen sich ins Gedächtnis ein. Dazwischen aber verstecken sich einige recht lohnende Abschnitte, von denen ich die Strecke zwischen Freienfeld bei Sterzing und Franzensfeste selbst befahren habe und durchaus als spritzige Paddeltour auf der Durchreise empfehlen kann.

Schenkt man auch der Umgebung von Südtirols zweitlängstem Fluss Beachtung, können aus wenigen Stunden Aufenthalt auch schnell zwei Tage werden, so dass ein Besuch im Eisacktal vielleicht sogar eine Option für ein (verlängertes) Wochenende mit einigen Paddelstunden darstellt.

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ABSCHNITTE

Folgende Teilstrecken sind möglich (Schwierigkeitsangaben beziehen sich auf Mittelwasser, bei Hochwasser höhere Schwierigkeiten): Freienfeld– Genauenhöfe: ca. 5 km, zunächst WW II bis III, gegen Ende WW III; Ausstieg für schwächere Paddler evtl. schon an der Brücke unterhalb von Schloss Welfenstein (Wiesen nicht zertrampeln!).

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Einen ausführlichen Bericht und weitere Tourenvorschläge lesen Sie in der Ausgabe 3/2010 des kajak-Magazins. 

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