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Lofoten

Mit dem Kajak im Winterwunderland

Ein Winterpaddeltraum hatte sich im Kopf von Björn Nehrhoff von Holderberg festgesetzt: Er wollte im hohen Norden von Norwegen das Kajak ins eisige, aber glasklare Nass schieben und dann zwischen von dickem Schnee bedeckten Bergriesen über das salzige Meerwasser gleiten, am besten bei vollem Sonnenschein.

Hauptziel sollten die Lofoten sein, weil dort das Wasser wegen der Wärme, die der Golfstrom transportiert, auch im Februar noch im flüssigen Zustand verbleibt. So zumindest sah es in der Theorie aus. Wie die Praxis aussah, lesen Sie im Folgenden.

Text/Bilder: Björn Nehrhoff von Holderberg

Die drei Tage dauernde, 2.700 Kilometer lange Anfahrt begann mit einer ausgedehnten Fährfahrt von Kiel nach Göteborg, um die extra besorgten Spikes-Winterreifen zu schonen. Diese erwiesen sich dann schon wenig später bei dauerhaftem Tempo 70 mit Schneetreiben und Eisglätte als gute Investition, um sicher zur ersten Paddeldestination zu kommen.

Im Windschatten der Lofoten, direkt unterhalb des Stetind, dem »Nationalberg« der Norweger, konnte das von der Fahrt mit einer dicken Eisschicht bedeckte Kajak dann das erste Mal ins Nordmeer getunkt werden.

Tour 1: Spektakuläre Fjordfahrt in den Ofoten (ca. 45 km)

Wie ein gigantischer Obelisk aus purem Granit ragt einer der markantesten Berge Norwegens 1.392 Meter direkt über dem Tysfjord in Nordnorwegen auf: der Stetind. Hier befinde ich mich auf den Ofoten. Ja, das »fehlende L« im Namen der im Windschatten der Lofoten befindlichen langen Halbinselgruppe ist durchaus kein Schreibfehler. Man könnte den Gedanken hegen, dass im Sinne einer Analogie auch der Landschaft hier etwas vom Superlativ der Lofoten fehlen könnte. Doch das abhanden gekommene L scheint sich in keinerWeise mindernd auf die Landschaft auszuwirken, wie ich schnell merke, als ich mein Kajak unterhalb des Stetinds insWasser schiebe.

Fast möchte ich schon zu Beginn die ganze Zeit rückwärts paddeln, um jenes kolossale Naturschauspiel nicht aus den Augen zu verlieren. Doch es liegen heute noch etwa 45 Kilometer einer U-förmigen Fahrt vor mir bis zu meinem Aussetzpunkt auf Storøya (Spitzbergen) im Efjorden.

Wegen der ablaufenden Tide folge ich dem Stefjord, der ein Teil des Tysfjordsystems ist, durch den engen Fjord hinaus in offenere Gewässer und passiere das kleine Fischerdorf Haukøya, in dem gerade geschäftiges Treiben herrscht. Kurz erlaubt eine schmale Durchfahrt einen Einblick auf den markanten, kegelförmigen Multiden in der angrenzenden Bucht, doch für mich geht es schnurstracks weiter bis zur Spitze von Haukøyholmen. Von hier aus folgt eine etwas längere Querung hinüber zum Skarberget, der mit nur 257 Metern Höhe gar nicht so hoch ist, dessen vom Schnee freigelegte steile Bergflanke aber vom Wasser aus trotzdem sehr mächtig erscheint.

Die Insel Bekkenesholmen kommt anschließend in Sicht. Da ich nun auf die offenere Wasserfläche des Tysfjords blicke, erscheinen mir die nun folgenden zwei kleinen Querungen hinüber zur Bremneset ausgesetzter als sie in Wirklichkeit sind. Trotzdem bin ich dankbar, um das fabelhafte Wetter. Zwar hat sich der Himmel nach einem perfekten Tagesbeginn etwas zugezogen, doch der Wind bleibt weiter schwach und macht das Paddeln angenehm.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 01/2017.

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